Jahreslosung 2018 - Kirchenbezirk Aue

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Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
(Offenbarung 21,6)

Am Ende wird alles gut werden. Das sagt die Offenbarung des Johannes den Menschen voraus, die Gott treu folgen wollen. Ein Bild für das gute Ende zeigt uns Gott als den, der allen Durst mit frischem und echtem Quellwasser stillen wird. Niemand wird mehr Mangel leiden an dem, was fürs Leben notwendig ist.
In dem Buch „Der Kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry * trifft der kleine Prinz einen Händler, der sehr wirksame durststillende Pillen verkauft: „Man schluckt jede Woche eine und spürt überhaupt kein Bedürfnis mehr zu trinken“, bekommt er zur Auskunft. Nach Berechnung der Sachverständigen spare man in der Woche eine Menge Zeit: 53 Minuten! Mit der gesparten Zeit könne man dann machen, was man will. „Wenn ich dreiundfünfzig Minuten übrig hätte“, sagte darauf der kleine Prinz, „würde ich ganz gemächlich zu einem Brunnen laufen...“
Tabletten, die das Bedürfnis zu trinken unterdrücken. Sie stillen nicht den Durst sondern geben das Gefühl, dass man nichts mehr braucht. Und wenn sich dann doch Durst einstellt, nimmt man wieder eine Tablette und es geht einem gut.
Dagegen spricht die Jahreslosung wirklich von Durst und von frischem, erquickendem  Wasser, das Gott uns geben will.
Wonach haben wir eigentlich Durst und womit stillen wir ihn? Im Sinne der durststillenden Pillen beim kleinen Prinzen stehen wir Menschen in der Gefahr, dass wir unseren Durst gar nicht mehr wahrnehmen oder gar nicht mehr kennen, weil wir die Pillen als Ersatz dafür gefunden haben.
Wir geben uns zufrieden, wenn wir uns die Zeit gut vertreiben können oder wenn wir angenehm unterhalten werden aber wir fragen nicht mehr nach Sinn. Wir haben einen Job, mit dem wir unser Geld verdienen aber keinen Beruf, der unser Leben erfüllt. Wir kennen viele Menschen und haben Freunde und Freundinnen doch wir scheuen zugleich feste Beziehung, Verbindlichkeit und Verantwortung. Wir suchen Liebe und geben uns zufrieden mit Vergnügungen. Wir haben Spaß und meinen, das ist schon Freude. Wir suchen für unser Leben ein Ziel und begnügen uns mit der nächsten Anschaffung oder Reise.
Spielt für viele Menschen Gott und Glauben so eine geringe Rolle, weil uns meistens das Oberflächliche schon reicht: Was frage ich nach Sinn, wenn’s mir gut geht?
Unsere Jahreslosung spricht von dem großzügigen Gott, der uns gibt, was wir wirklich zum Leben brauchen und keine Ersatzmittel. Bei ihm gibt es das „Wasser des Lebens“, was uns aufleben lässt und was uns davor bewahrt zu verdursten. Keine Ersatzmittel sondern das Wirkliche.
Zwei Anstöße entnehme ich damit der Jahreslosung 2018. Einmal zu prüfen, wie mein Durst nach Leben aussieht und womit ich ihn etwa stille. Zu welchen Pillen greife ich? Nehme ich meinen wirklichen Durst überhaupt noch wahr? Und dann: Wo und wie finde ich Gott als Quelle für meinen Durst?
Es kann sein, dass man sich dazu auch auf den Weg machen muss wie der kleine Prinz, der ganz gemächlich zu einem Brunnen laufen würde.
Andacht und Bild: Bankmann
 
*zitiert nach Antoine des Saint-Exupéry: Der kleine Prinz, Karl Rauch Verlag Düsseldorf, (Neuauflage) 1982, S. 54f.
 
 

 
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25.05.2018
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